Prüfungsvorbereitung für den IBH-Hundeführerschein

Ich habe mich speziell für den Hundeführerschein nach IBH-Richtlinien entschieden, da mir zum Einen der gewaltfreie Umgang mit meinem Hund sehr wichtig ist und zum Anderen die Lerninhalte, wie ich finde, den täglichen Bedürfnissen entsprechen sollten.

 

Neben den allgemein bekannten Grundkommandos wie Sitz, Platz, Steh und Bleib, werden in dieser Prüfung noch weitere Elemente abgefragt. Die Leinenführigkeit, der sichere Abruf auch unter Ablenkung, kontrolliertes Ein- und Aussteigen aus bzw. in das Auto und auch ein Handlungsabbruch werden geprüft. Der Umgang mit Alltagssituationen, das Handling des Halters und auch die Hund-Halter-Beziehung müssen stimmen.

 

Unsere Prüfung wird voraussichtlich im November 2012 sein. Bis dahin haben wir also noch viel zu tun. Wir werden natürlich von Vanessa bestens auf die Prüfung vorbereitet und freuen uns auf das Training.

Grunderziehung

Überprüfung der Signale

Die erste Stunde ist immer etwas ganz besonderes, alle Mensch-Hund-Teams treffen zum ersten Mal aufeinander. Zu Beginn gab es eine kleine Vorstellungsrunde, um einen ersten Eindruck der Teilnehmer zu bekommen. Jedes Team konnte seine individuellen Trainingswünsche und eventuellen „Problembereiche“ erläutern, auf die dann im Training speziell eingegangen werden kann. Als nächstes folgte der praktische Teil, in dieser Stunde wurde erst mal nur der aktuelle Stand des Grundgehorsams der einzelnen Mensch-Hund-Teams überprüft. Sitz-, Platz- und Bleib-Übungen, die Leinenführigkeit und auch eine Abrufübung. Vanessa gab uns Tipps zur Verbesserung der einzelnen Übungen und natürlich Hausaufgaben für die nächste Stunde.

Aufbau der zu prüfenden Signale

Unsere zweite Übungsstunde und es regnete wie aus Kübeln. Aber keine Gnade, es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung.

 

Aus- und Einsteigen aus bzw. in das Auto

Zu Beginn sollten alle Teams das „kontrollierte Aussteigen aus dem Auto“ üben. Das bedeutet, der Hund soll beim Öffnen der Heckklappe solange warten, bis er angeleint wurde und erst dann aussteigen, wenn er eine eindeutige Freigabe dafür bekommt. Beim Einsteigen soll der Hund auf Signal zügig ins Auto steigen. Das klappte bei allen Teams schon ganz gut und muss natürlich zu Hause von jedem selber weiter ausgebaut werden.

 

Leinenführigkeit

Alle Teams stapften hintereinander durch den Regen, die Leine sollte dabei nicht gespannt sein. Der Hund darf sowohl auf der rechten oder auf der linken Seite laufen, aber nicht ständig kreuzen. Bleibt der Halter stehen, soll der Hund ebenfalls anhalten, ob er sich dabei setzt, steht oder hinlegt ist egal. Als nächstes wurde eine Ablenkung eingebaut. Dazu wurden 2 Futternäpfe am Rand aufgestellt und die Teams sollten an der Ablenkung vorbei laufen. Einige kannten diese Übung schon und die Hunde wussten natürlich sofort bescheid. Bei den anderen Teams wurde das „Weiter“ aufgebaut.

 

Bleib

Der Hund bekommt ein Kommando, entweder Sitz, Platz oder Steh, wenn der Hund in der gewünschten Position ist, bekommt er ein Signal für das Bleiben. Um diese Übung aufzubauen, haben wir mit einer geringen Distanz und recht kurzer Dauer geübt, die dann von jedem Team zu Hause weiter ausgebaut werden muss. In der Prüfung muss der Halter mindestens 10 Meter in Sichtweite vom Hund entfernt sein und für ca. 2 Minuten in dieser Position bleiben. Erst auf Anweisung des Prüfers darf der Halter zum Hund zurück und ihn aus diesem Kommando freigeben. Das ist dann das Endziel, was wir über unser Training kleinschrittig aufbauen.

Unsere dritte Übungsstunde, super Wetter und das dachten sich auch viele andere Leute. An unserem Treffpunkt wimmelte es von Sportlern. Radfahrer, Jogger und Menschen mit Hunden, also ideale Prüfungsvorbereitung. Aber musste es gleich wie bei den olympischen Spielen zu gehen?! Jogger die sich aufwärmten und dabei „merkwürdige“ Verrenkungen machten, Fahrradfahrer die ziemlich nah an uns vorbei sausten, das war sehr gut, um unsere Leinenführigkeit unter größerer Ablenkung zu üben. Nach ein paar Metern einlaufen, klappte das bei allen Teams schon sehr gut.

 

Maulkorbtraining

Hunde die nicht in einem Transportbehälter mitgenommen werden, müssen in Zügen der Deutschen Bahn einen Maulkorb tragen. Ausnahme sind Blindenführhunde und Begleithunde von schwerbehinderten Menschen. Daher wird auch in der Prüfung das Anlegen des Maulkorbes abgefragt. Da wir das Tragen des Maulkorbs positiv verknüpfen möchten, wird diese Übung sehr kleinschrittig aufgebaut. Zu Beginn wird jedes Interesse des Hundes an dem Maulkorb gemarkert und belohnt. Jede selbstständige Berührung und jeder Stups mit der Schnauze. Wir formen uns damit langsam das gewünschte Ergebnis. Der nächste Schritt ist das eigenständige Reinlegen der Schnauze und kurze Zeit so zu bleiben. Dafür setzen wir unsere Intermediäre Brücke ein, um den Hund dabei zu unterstützen. Hier ein kleines Video von unserem Aufbau. Das Video zeigt einen Trainingszeitraum von 2 Wochen. Unser nächster Schritt ist das Schließen des Maulkorbes.

Handlungsabbruch

Beim Handlungsabbruch muss der Hund die begonnene Handlung auf Signal des Halters abbrechen. Ob dabei ein Rückruf oder ein anderes Signal, wie z.B. Sitz gegeben wird, ist jedem selbst überlassen. Der Hund muss „nur“ gerade das, was er tut beenden. In unserem Training heute wurden Spielzeug und Futter als Ablenkung eingesetzt. Das Mensch-Hund-Team läuft, in unserem Fall, über eine Wiese. Vanessa wirft ein Spielzeug mit etwas größerem Abstand vor Neele, sie findet das natürlich interessant und will dorthin laufen, ich habe mich für den Rückruf entschieden und gebe Neele mit der Pfeife das entsprechende Signal. Neele drehte sich sofort von der Ablenkung ab und kam zu mir. Die Belohnung aus der Tube hat sie sich natürlich verdient. Auch der Ablenkung durch Futter konnte Neele ohne Probleme widerstehen und ließ sich super abrufen. Zum Schluss durfte sie dann auch zur Belohnung die jeweilige Ablenkung haben bzw. essen.

Unsere vierte Übungsstunde, da muss man doch wohl erwarten, dass ich weiß um wieviel Uhr wir uns treffen. Nein, ich nicht! Als mein Handy klingelte und Vanessa´s Nummer im Display erschien, machte es immer noch nicht klick. Zum Glück gibt es Handy´s und die anderen konnten dann endlich schon mal anfangen. Mit schlechtem Gewissen kam ich eine halbe Stunde zu spät. Aber das passiert mir hoffentlich nur einmal!

Kommen auf Zuruf

Der Hund läuft frei oder in unserem Fall an einer Schleppleine gesichert, in einem Abstand von mindestens 10 Metern zum Halter. Wenn der Hund das entsprechende Signal bekommt, soll er zügig herankommen. Vanessa hat zusätzlich noch eine Ablenkung eingebaut, ein sehr interessantes Kaninchenfell, aber Neele konnte der Verlockung widerstehen und hat sich mehrmals ohne zu zögern abrufen lassen. Zur Belohnung durfte sie dann zum Schluss der Übung das Fell haben. Und damit zeigte sich dann auch eines unserer größeren Probleme, das wieder „Abgeben“ war nicht in ihrem Sinne.

Wegnahme von Spielzeug und / oder Futter

Dieses interessante Kaninchenfell sollte sie mir dann auf Kommando zurückgeben. Sie rupfte und schüttelte das Fell in kleine Stücke und hatte riesen Spaß dabei. Alle meine hilflosen Versuche, sie dazu zu bewegen, mir dieses tolle Fell zugeben, schlugen fehl. Das heißt also: üben, üben, üben! Das gleiche „Spiel“ machten wir dann noch mit einem Plüschtier, dabei war es dann kein Problem, sie gab es mir gerne. Nur das Wegnehmen vom Boden ist ebenfalls noch sehr schwierig, Neele möchte es dann doch lieber wieder haben und versucht es sich dann schnell wieder zu holen. Da haben wir jetzt eine mächtige Hausaufgabe vor uns, ich werde über unsere Fortschritte berichten.

Bleib

Die Bleib-Übung, die letztes Mal so gut bei uns geklappt hat, ging heute voll in die Hose. An der Stelle wo ich Neele abgelegt hatte, zeigte sich während der Übung die Sonne. Neele und Sonne, das geht leider gar nicht. Ich hatte schon damit gerechnet, dass sie die Übung jetzt abbricht, kaum darüber nachgedacht, stand sie auch schon auf und kam in meine Richtung getigert. Einmal raus aus der Übung, hatte das kleine Luder dann keine Lust mehr. Die Übung machten wir dann aber noch zu Ende. Es waren zwar keine 2 Minuten, aber ich bin noch guter Hoffnung, dass wir das noch hinbekommen. Im November scheint ja wahrscheinlich auch nicht die Sonne J

Ein Hundehalter, mit einem angeleinten Hund begegnet dem Hund-Halter-Team, er beginnt ein Gespräch und schüttelt die Hand

Jeweils 2 Mensch-Hund-Teams gehen frontal aufeinander zu. Neele wird von mir außen geführt, damit sie keinen direkten Kontakt zu dem anderen Hund hat und eventuell auch ihren gewünschten Abstand einhalten kann. Die Hunde werden abgesetzt, ob in direkter Nähe oder mit etwas Abstand konnten wir in dieser Situation selbst wählen. Die Hundehalter begrüßen sich und schütteln sich die Hände, die Hunde sollten dabei geduldig abwarten. Da Neele mit Menschen keine Probleme hat, war das nicht sehr schwierig, aber als der andere Hund mich dann auch begrüßen wollte, reichte mir ein Blick zu Neele und wir beendeten diese Situation und setzten unseren Weg fort.

Theorie - Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung

Sachkundenachweis

Bei dieser Übungsstunde mussten nur die 2-Beiner lernen. Die Hunde durften die Theorie-Stunde schwänzen und zu Hause im Körbchen gemütlich schlummern.

Anschaffung , Haltung und Ernährung des Hundes

Welche Dinge sind vor der Anschaffung des Hundes unbedingt zu berücksichtigen.

 

Welcher Hund passt zu mir? Soll es ein Welpe oder ein erwachsener Hund werden? Ein Rassehund oder ein Hund aus dem Tierschutz? Welche Eigenschaften bringen die einzelnen Rassen mit? Was passt am besten in meine Lebenssituation? Die Anschaffung sollte gut überlegt sein, um seinem neuen Familienmitglied auch sein Leben lang gerecht werden zu können.

 

Die Faktoren Geld und Zeit spielen eine große Rolle. Neben den Anschaffungskosten müssen auch unbedingt Kosten für Futter, Pflege, Steuern, Versicherung, Hundeschule und auch den Tierarzt eingeplant werden. Hat man auch genug Zeit für den Hund, was passiert wenn man in den Urlaub fährt oder aus Krankheitsgründen sich nicht um seinen 4-Beiner kümmern kann? Auch die Wohnsituation spielt eine Rolle, ist der Vermieter mit der Haltung eines Hundes überhaupt einverstanden?

 

Auch wenn man einen eigenen Garten hat, muss man mit seinem Hund täglich spazieren gehen. Umgebungsreize und Sozialkontakte sind sehr wichtig. Wie viel Bewegung der Hund benötigt, ist abhängig von der Rasse, dem Alter und auch dem Gesundheitszustand. Im Gegensatz zu der täglichen Bewegung sollten auch Ruhephasen eingehalten werden. Jeder Hund benötigt eine Rückzugsmöglichkeit, wo er auch in Ruhe gelassen wird.

 

Neben den lebensnotwendigen Bedürfnissen wie Futter, frisches Wasser und Auslauf ist häufiger und liebevoller Kontakt mit seinem Menschen für den Hund sehr wichtig. Konsequenz ohne übertriebene Strenge und Geduld ist vom Sozialpartner Mensch gefordert. Regelmäßiges üben der Signale, um einen sicheren Begleiter im Alltag zu haben ist Grundvoraussetzung, dabei dürfen Lob und die entsprechende Belohnung nicht fehlen. Die Übungen sollten so gestaltet werden, dass der Hund diese Anforderungen auch erfüllen kann, unter unterschiedlicher Ablenkung langsam steigern. Die Übungen nicht so oft wiederholen, dass es keinen Spaß mehr macht.

 

Die Fellpflege, sowie die Reinigung der Ohren und Kontrolle der Zähne muss geübt werden, damit es auch beim Tierarzt keine Probleme gibt.