Rückruf und Distanzkontrolle

Seminarbeschreibung:

Mit dem Hund im Freilauf unterwegs zu sein erfordert vom Mensch-Hund-Team eine gute Beziehung – Aufmerksamkeit von beiden Seiten, Kommunikation & Kooperation, das Geben & Befolgen von Signalen (auch unter starker Ablenkung)…

 

In der Praxis erarbeiten wir uns Möglichkeiten der Umorientierung, einen sicheren Rückruf, verschiedene Signale in Distanz, passende Belohnungsstrategien und Übungen für eine bessere Ansprechbarkeit, Aufmerksamkeit & Selbstkontrolle.

Über die Referentin:

Anja Fiedler leitet die Hundeschule dogable in Meerbusch und bildet ihre beiden Hündinnen für den jagdlichen Einsatz aus. Ihr Spezialgebiet sind die Ausbildung von Jagdhunden und jagenden Hunden, sowie deren sinnvolle Beschäftigung. Sie arbeitet mit positiver Bestärkung.

Unsere Eindrücke:

Ein spannender und lustiger Seminartag mit Anja Fiedler ist wieder viel zu schnell vorbei. Diesmal waren Neele und ich in Mülheim an der Ruhr bei dem Seminar „Rückruf & Distanzkontrolle“ vertreten. In diesem Bereich hatten Neele und ich schon einige Vorkenntnisse und durften uns zu den fortgeschrittenen Teilnehmern zählen.

 

Da Video´s einiges mehr Aussagen als Worte, haben wir bei diesem Seminar wieder alles fleißig mit der Kamera festgehalten. Vielen Dank an Vanessa und Andrea als Kamerafrauen.

 

Vielen Dank an Anja Fiedler und das Team der Hundeschule eDOGcation für diesen tollen Tag. Wie immer, war alles sehr gut organisiert und hat uns riesen Spaß gemacht. Anja, Deine Geduld ist wie immer bemerkenswert. Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung des Seminars.

Übungen aus dem Seminar

Der "Einfache" Rückruf

Beim Aufladen des einfachen Rückrufes geht es NICHT darum, dass der Hund eine Strecke bis zum Ziel (Frauchen oder Herrchen) zurücklegt, sondern um die Belohnung BEIM Menschen. Das heißt, um das Kommando aufzuladen, befindet sich der Hund in direkter Nähe zum Menschen. Zu Beginn wird ohne Ablenkung geübt und erst später die Ablenkung langsam gesteigert. Man denkt sich ein Signal für das Kommen aus, z.B. ein bestimmter Pfiff oder ein Wort. Das Signal ertönt und der Hund bekommt etwas ganz Gutes, ein tolles Spiel, Futter aus der Tube, geworfene Leckerchen … dadurch erwartet der Hund beim Ertönen des Signal immer etwas Positives.

Jetzt geht es an die Rückruf-Übung, unter leichten Bedingungen ohne Ablenkung wird der Hund mit seinem Namen angesprochen, das Signal (Pfiff oder Wort) ertönt, wenn der Hund reagiert, wird markiert und GUT belohnt. Wenn diese Übung zuverlässig funktioniert, kann die Ablenkung langsam gesteigert werden und der Mensch kann seine Position verändern, z.B. der Abstand zum Hund wird vergrößert, der Hund befindet sich vor oder auch hinter dem Menschen.

Der nächste Schritt ist die Rückrufübung über den freiwilligen Blickkontakt. Bei dieser Übung soll der Hund lernen, WO der Ort der Verstärkung ist, BEI seinem Menschen. Der Hund wird an kurzer Leine gehalten, der Mensch wartet bis der Hund sich freiwillig umdreht und den Blickkontakt sucht, das Rückruf-Signal ertönt, Click und Belohnung. Diese Übung fleißig Wiederholen. Dann die Ablenkung wieder steigern. Wenn der Hund sich bei größerer Ablenkung noch nicht umorientieren kann, kurz mit dem Namen ansprechen, abwarten, wenn er sich umdreht Signal, Click und Belohnung. Sollte sich der Hund trotz Hilfe nicht umorientieren können, ist die Ablenkung noch zu schwer und man geht erst wieder einen Ablenkungsschritt zurück.

Um etwas Tempo in die Übung zu bekommen, muss sich Mensch jetzt bewegen. Wir benötigen jetzt gut sichtbare Leckerchen in ausreichender Menge. Das Spiel beginnt! Mensch wirft ein Leckerchen rollend über den Boden und der Hund rennt hinterher um sich das Leckerchen zu schnappen. Der Hund wird den Menschen erwartungsvoll nach mehr angucken und schon fliegt das nächste Leckerchen in die entgegengesetzte Richtung. Dieses Spiel wiederholen wir ein paar Mal. Die nächste Stufe beginnt. Gleiches Spiel, der Mensch rollt das Leckerchen über den Boden, der Hund holt es sich wieder, wenn der Hund sich dann umorientiert, Click und zur Belohnung fliegt das Nächste in die andere Richtung. Zwischendurch rennt Mensch nach dem Click in die entgegengesetzte Richtung und wirft das nächste Leckerchen erst wenn der Hund den Menschen eingeholt hat. Dieses Spiel mehrmals Wiederholen. Dann kommt die letzte Stufe, jetzt wird das Signal verknüpft. Gleiches Spiel wie vorher, das erste Leckerchen rollt los, kurz bevor der Hund sich umorientiert, ertönt unser Rückruf-Signal, Mensch rennt in die andere Richtung, wenn der Hund uns eingeholt hat, Click und das nächste Leckerchen fliegt zur Belohnung. Wir warten kurz bis der Hund das Leckerchen frisst, wir geben wieder unser Signal, rennen wieder los und Clicken wenn der Hund uns eingeholt hat, zur Belohnung fliegt das nächste Leckerchen und so weiter …

Wenn der Hund später mit uns unterwegs ist und dieses Rückruf-Signal hört, wird er versuchen, so schnell wie Möglich zu seinem Menschen zu kommen um die Belohnung BEI SEINEM MENSCHEN abzuholen. Je sorgfältiger das Signal von uns aufgebaut wird, desto zuverlässiger ist dieser Rückruf. Oft ist man zu ungeduldig und erwartet zu schnell zu viel von seinem Hund, aber umso kleinschrittiger der Aufbau, desto sicherer der Erfolg!

Der "Doppelte" Rückruf

Der "Doppelte" Rückruf besteht aus zwei Signalen, die unabhängig voneinander aufgebaut und trainiert werden.

 

Zum Einen das Umorientierungssignal, z.B. ein Trillerpfiff.

Dieser Pfiff bedeutet "nur", dass der Hund sich von der Ablenkung abwenden soll. Der Aufbau ist wieder ähnlich wie bei anderen Signalen. Zu erst wird der Triller über die klassische Konditionierung aufgeladen. Das bedeutet, Triller und etwas ganz tolles beginnt. Der Hund muss diesen Trillerpfiff mit etwas positivem verbinden. Es ist wichtig möglichst bedürfnisgerecht zu belohnen, welcher Hund würde schon für einen drögen Keks einen Hasen laufen lassen?!

Nächster Schritt ohne Ablenkung. "Trillerpfiff" - Hund dreht sich von der Ablenkung weg - Click und eine angemessene super tolle Belohnung folgt. Diese Übung muss sehr häufig wiederholt werden. Dann kann die Ablenkung leicht gesteigert werden. Je nach Ablenkung, sollte auch unbedingt die Belohnung variiert und dann entsprechend eingesetzt werden.

Zum Anderen das Ankersignal, z.B. eine Pfiff-Folge mit einer glatten Pfeife tüt-tüt-tütütüt, das dem Hund sagt: komm zu mir, komm zu mir ... Bei uns fängt der Pfiff mit größerem Abstand tüt-tüt-tüt an und je näher Neele auf mich zukommt, wird mein Pfiff schneller tütütüt. Ich sage ihr damit "DU BIST AUF DEM RICHTIGEN WEG, WEITER SO!"

 

Der Aufbau dieses Signals ist sehr einfach. Immer dann, wenn der Hund auf uns zu läuft, fangen wir an zu Pfeifen. Kurze hohe Pfiffe die schneller werden je näher der Hund auf uns zukommt. Gepfiffen wird solange, bis der Hund bei uns eingetroffen ist und dann folgt der Marker und eine gute Belohnung.

Erst wenn beide Signale unabhängig voneinander trainiert wurden und zuverlässig funktionieren, werden sie zusammengesetzt und der "Doppelte" Rückruf entsteht.

In diesem Video sind wir schon eine Stufe weiter. Zusätzlich wird eine Ablenkung eingebaut und von einer Person gesichert. Falls der Hund sich doch für die Ablenkung und gegen den Menschen entscheidet, kann er sich so nicht selbst belohnen. Wenn der Abruf funktioniert hat, wird der Hund anschließend zur Belohnung, zu der Ablenkung geschickt und darf sie haben.

Für Fortgeschrittene!!!!

Erst wenn der "Doppelte" Rückruf in verschiedenen Situationen und auch unter gesteigerter Ablenkung sicher funktioniert, kann an bewegten Objekten geübt werden.

Sitz auf Entfernung

Ich denke, die Videos erklären sich selbst. Viel Spaß beim angucken

Für Fortgeschrittene - Sitz auf Entfernung mit Pfiff