Training mit impulsiven Hunden

Selbstkontrolle will gelernt sein!

Seminarbeschreibung:

"Im Laufe des Seminars möchten wir die biologischen Grundlagen mangelnder Selbstkontrolle ergründen, die lerntheoretischen Basics von Verhalten unter die Lupe nehmen und uns in erster Linie mit praktischen Möglichkeiten beschäftigen, die unseren Hunden helfen, entspannter und kontrollierter durchs Leben zu gehen, ohne an Lebendigkeit zu verlieren."

Über die Referentin:

Anja Fiedler leitet die Hundeschule dogable in Meerbusch und bildet ihre beiden Hündinnen für den jagdlichen Einsatz aus. Ihr Spezialgebiet sind die Ausbildung von Jagdhunden und jagenden Hunden, sowie deren sinnvolle Beschäftigung. Sie arbeitet mit positiver Bestärkung.

Unsere Eindrücke:

Es war für mich ein sehr interessantes und lehrreiches Wochenende. Wir haben viele praktische Übungen gemeinsam mit unseren Hunden gemacht. Anja gab uns viele wertvolle Tipps und hat die Übungen sehr gut und genau erklärt. Bei Fragen ist sie sehr schön auf jeden Einzelnen individuell eingegangen und hat Hilfestellungen gegeben. Es war ein sehr schönes und nettes Seminar, das ich jedem nur empfehlen kann.

Dies ist nur ein kleiner Einblick, wir haben an diesem Wochenende sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten und Alternativen für das Training bekommen. Die Übungen machen mir und auch Neele viel Spaß, sie sind wirklich umsetzbar und helfen uns sehr. Wir werden fleißig weiter trainieren.

Übungen aus dem Seminar

"Jagd nach gutem Verhalten"

Man überlegt sich welches Verhalten des Hundes NICHT erwünscht ist (wie z.B. Wild hetzen, ungestüm auf andere Hunde zu laufen, Menschen anspringen, an der Leine pöbeln ...)

 

ALLES, was NICHT in diese Kategorie fällt, wird markiert (Clicker) und belohnt:

  • Tiere anschauen, ohne sie zu hetzen
  • nicht hinter Joggern oder Radfahrern herzujagen
  • Menschen nicht anspringen
  • selbstständige Rückblicke zum Hundeführer
  • selbstständiges Abwenden von Ablenkungen
  • sich an der Leine ruhig verhalten
  • locker an der Leine gehen

So stecken wir einen von uns gewünschten Bereich für unseren Hund ab, indem er sich zukünftig bewegen sollte. Ohne ständige Aufforderung wird der Hund immer mehr selbstständig gutes Verhalten zeigen.

"10-Leckerchen-Konzentrationsübung"

Diese Übung hat mir besonders viel Spaß gemacht!

 

Aufbau:

  • der Hund bekommt KEIN Signal fürs Warten oder Bleiben
  • der Mensch greift in seine Leckerchentasche
  • und zählt, deutlich und langsam 10 Leckerchen Einzeln in seine Hand ab
  • wird der Hund beim zugucken ungeduldig und fängt an zu bellen oder herumzuhopsen, werden die Leckerchen mit einem Negativmarker z.B. "Schade" wieder zurück in die Tasche gesteckt
  • nach kurzer Pause beginnt das Selbe dann wieder von vorne
  • bleibt der Hund ruhig, lässt man nach dem Abzählen das 1. Leckerchen ohne Kommentar auf den Boden fallen
  • baut der Hund nach dem Aufessen des Leckerchens Blickkontakt auf, "Click" und das nächste Leckerchen fällt auf den Boden
  • und so geht es dann weiter bis auch die restlichen Leckerchen nach und nach auf den Boden fallen

Ich konnte diese Übung schon mehrmals gut einsetzen und es hat super funktioniert. Maya und Neele sind immer total aufgedreht wenn Besuch zu uns kommt. Schon wenn die Türklingel läutet, sind sie ganz aus dem Häuschen und kaum zu bändigen. Sie hüpfen wie wild durch die Gegend und sind sehr schlecht ansprechbar.

 

Jetzt ist es so, wenn die Türklingel geht, stelle ich mich in ein Zimmer, dass nicht direkt am Durchgang der Haustür ist und fange langsam an zu zählen, spätestens bei 3 sitzen die beiden „Hexen“ vor mir und warten ganz gespannt. Nach Zahl 10 bekommen sie das 1. Leckerchen, wenn sie hochschauen, „Click“ das 2. und so weiter ... in dieser Zeit ist unser Besuch schon „unversehrt“ im Wohnzimmer angekommen und die Situation hat sich wieder entspannt. Das Gehampel untereinander und Anspringen von Besuch ist schon viel viel besser geworden. Wir üben natürlich weiter daran ...

"Zeigen & Benennen" (Menschen, Hunde, Wild u.s.w.)

Impulskontrolle durch Hinschauen lassen und Stehen bleiben. Unerwünschtes Verhalten wird früh unterbrochen und gleichzeitig wird eine passende Alternative aufgebaut. Durch das "Zeigen & Benennen" wird der Hund im Laufe des Trainings die Begegnungen mit Artgenossen oder Menschen positiv Verknüpfen.

 

Mit dem „Zeigen & Benennen“ haben wir schon viele positive Erfahrungen gemacht, stehen aber noch ganz am Anfang unseres Trainings.

 

Da Neele ja gerne an der Leine andere Hunde fixiert und dann auch lautstark anpöbelt, machen wir unsere Übung noch mit großem Abstand. Bisher funktioniert es schon sehr gut, ich sage „Hund“ dann „Click“, sie wendet den Blick vom Hund ab und bekommt ihre Belohnung. Das mit dem Fixieren ist durch das „zu mir Schauen“ schon sehr gut geworden, sie nimmt die Belohnung mittlerweile auch sehr gut an.